Sterben - ein Tabu?!

Hospizbewegung will gesellschaftliches Tabu des Sterbens durchbrechen

Ein Kind wird in der Nachbarschaft geboren; alle freuen sich, jeder wünscht der jungen Familie zum Nachwuchs Glück, und viele bieten Hilfe an.

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Ein Mensch ist schwerkrank, sterbend. Die Ärzte sprechen von „austherapiert" ‑ er wird zum Sterben nach Hause entlassen. Die Angehörigen werden häufig in dieser Situation alleine gelassen. Viele Menschen im Umfeld haben Scheu, sich mit dieser Situation auseinanderzu-setzen. Der Gang zum schwerkranken Nachbarn ist nicht selbstverständlich.

 

Rund 80 % der Menschen in unserer Zeit wünschen sich einen „schnellen und plötzlichen Tod". Die Wirklichkeit ist eine andere. Der langsame, sich durch eine Krankheit ankündigende Tod ist für viele die Realität.

 

Über viele Jahrhunderte hinweg war es selbstverständlich, dass Schwerkranke und Sterbende im Kreis der Familie auf ihrem letzten Weg begleitet wurden. In der heutigen Zeit ist dies nicht mehr die Regel. Obwohl viele Menschen den Wunsch haben, im eigenen Zuhause sterben zu können, fehlen häufig die Voraussetzungen.

 

Ziel der Hospizbewegung ist es, das gesellschaftliche Tabu des Sterbens zu durchbrechen. Hospiz ist kein Haus, sondern eine Idee. Sie möchte es den Betroffenen ermöglichen, in einer beschützten und respektvollen Atmosphäre zu sterben und die Angehörigen dabei unterstützen. Wesentliche Grundprinzipien dafür sind die Aufrechterhaltung von sozialen Bindungen und eine an den neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgerichtete Schmerztherapie.

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In den ambulanten Hospizdiensten arbeiten ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in speziellen Kursen intensiv befähigt werden. Sie werden professionell begleitet und von hauptamtlichen Koordinatoren/innen in ihrer Arbeit unterstützt. Diese Hilfe ist kostenfrei und sie steht jedem offen. Der ambulante Hospiz-dienst versteht sich als Ergänzung zu anderen Diensten wie Krankenpflege, ärztliche Versorgung, Haushaltshilfen, Sozialdiensten und Seelsorge. In NRW gibt es zurzeit rund 270 ambulante Hospizdienste, 45 stationäre Hospize und 18 Palliativ‑Stationen.

 

In stationären Hospizen können sterbende Menschen ihre letzten Wochen und Tage verbringen, wenn eine häusliche Versorgung - wie oben beschrieben - nicht möglich ist. Neben der medizinischen Versorgung stehen dort die menschliche und soziale Begleitung im Vordergrund.

 

Palliativmedizin ist entstanden durch die Einführung der Hospizidee in die Schulmedizin. Schwerpunkt der Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren weit fortgeschrittenen Erkrankung. Ziel soll sein, die Schmerzen weitgehend zu beherrschen, um die Lebensqualität bis zum Lebensende zu sichern.

 

Um die Versorgung auf jeder Ebene bestmöglich zu gewährleisten, ist dem ambulanten Hospizdienst im Kölner Norden ein palliativer Pflegedienst, auch ambulant, angeschlossen.

 

In Deutschland sterben jährlich rund 850.000 Menschen. Nur 4,3 % wurden 2003 hospizlich betreut. Unser Ziel sollte es sein, dies deutlich zu verbessern.

 

Renate Hofer

(Koordinatorin des aH)

 

*Die beiden Bilder sind der Homepage der Hospiz- und Palliativ-Arbeitsgemeinschaft Köln entnommen.

 

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Links zum Thema "Hospiz":

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Hospiz (dort finden Sie auch viele weitere Verknüpfungen, Literaturhinweise etc.)

 

Ambulanter Hospizdienst im Kölner Norden (dort finden Sie u. a. auch Links zu diesen Internetseiten:)

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